Ein neuer Ansatz

In Deutschland sind derzeit nur drei Therapie- und Beratungsmethoden von den Krankenkassen anerkannt: die analytische Psychotherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Verhaltenstherapie. Gerade die ersten beiden Ansätze erachten es als besonders bedeutsam, die hinter dem Problem eines Klienten liegenden Ursachen zu ergründen. Als Therapeut wird man darin geschult, nach dem zu suchen, was hinter dem Problem steht.

 

Das Problem an einer solchen Problemanalyse ist jedoch mit folgender Metapher gut umschrieben: Wenn ich weiß, wie ein Karren in den Dreck gefahren wurde, weiß ich noch lange nicht, wie er wieder herauszuziehen ist.

 

Problem und Lösung müssen nicht immer in einer direkten Verbindung miteinander verknüpft sein. Manchmal ist es der Lösung einfach egal, warum das Problem entstanden ist. Vertieft man sich einmal und immer weiter in das Problem und dessen Welt, so kann es dazu führen, dass man in einer sogenannten Problemtrance stecken bleibt. 

 

Die lösungsorientierte Beratung setzt bei den Zielen, Wünschen und Ressourcen an. Lösungsorientierte Beratung bedeutet: Die Lösung steht im Mittelpunkt. Während der Klient oft in dem was ist gefangen ist, kann die Beratung helfen zu sehen, was möglich ist und sein kann. Es geht um eine Blickfelderweiterung und die Suche nach bislang nicht entdeckten Möglichkeiten.

 

Natürlich wird auch das Problem an sich nicht außer Acht gelassen. Der große Unterschied besteht jedoch darin, dass die Beratung nicht beim Problem endet, sondern bei den neuen Möglichkeiten des Klienten gerade erst beginnt. Gemeinsam werden diese Möglichkeiten entdeckt und umgesetzt.

 

Nicht von den Krankenkassen anerkannt, erfährt der lösungsorientierte Ansatz hingegen wissenschaftliche Unterstützung von Seiten der Hirnforschung. Unser Gehirn ist über das gesamte Leben hinweg fähig Neues zu lernen, neue Synapsen, neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen bilden sich jeden Tag. Je öfter ein Gedanke gedacht, ein Verhalten ausgeführt wird, desto stärker wird diese Verbindung. Je stärker eine solche Verbindung, desto häufiger der Gedanke und das Verhalten. Eine Beratung, die sich mit Lösungen befasst, lässt häufiger an Lösungen denken. In der Folge ist es wahrscheinlicher, dass Lösungen entstehen und Wirklichkeit werden. 

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