MPU-Vorbereitung: Das müssen Sie zur MPU wissen

Als Focus Online Experte durfte ich einige Zeilen zur MPU Vorbereitung schreiben. 

 

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WG Probleme - was tun, wenn die Mitbewohner nerven?

Diesmal durfte ich als Experte für den jungen Kulturkanal einige Tipps geben und Möglichkeiten aufzeigen, wenn es mal zu Problemen in der WG kommt.

 

Wir haben uns u.a. mit folgenden Fragen auseinander gesetzt.: 

  • Wie spreche ich Probleme in meiner WG an?
  • Wie sollte ich mich verhalten, wenn meine Mitbewohner mein Problem nicht nachvollziehen können?
  • Was ist, wenn ich die Einzige in der WG bin, die es stört, wenn der Mitbewohner z.B. nie abspült?
  • Und was wenn sich trotz eines Gesprächs nichts ändert?
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WG Stress- Was tun?
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Die Psychologie des Spontankaufs

Ein weiteres Mal durfte ich psychologisch im Radio tätig werden. 

 

Warum neigen wir zu Spontankäufen oder Warum landet immer mehr im Einkaufswagen als geplant?

 

Sie sind keinesfalls alleine damit, wenn Sie sich nach Ihrem letzten Einkauf gewundert haben, warum neben Waschpulver oder bspw. auch nur Zwiebeln und Kartoffeln auf einmal noch ein Parfüm, eine Bratpfanne und ein Tischtennisschläger den Weg zu Ihnen nach Hause gefunden haben.

 

Im Supermarkt fallen etwa 70 Prozent aller Kaufentscheidungen völlig spontan. Etwa zwei Drittel der Einkaufsentscheidungen werden in Deutschland emotional getroffen.  Neben unserer eigenen Impulsivität verdanken wir dies ausgeklügelten Strategien von Marketing- und Verkaufsforschern. Deren Ziel ist es nämlich ganz schlicht, dass der Kunde mehr kauft, als er sich vorgenommen hat.

 

Wie schaffen es diese Forscher, Experten und Strategen unsere Impulsivität anzuregen?

 

Ein relativ geringes Gewicht bei Kaufentscheidungen besitzt der Nutzwert eines Produkts. Wesentlich relevanter zeigen sich emotionale Erfahrungen, Wünsche und Assoziationen. Direkte emotionale Erfahrungen, die wir selbst mit dem Produkt gemacht haben oder machen wollen oder Erfahrungen, die wir aus dem sozialen Umfeld bemerken konnten. Was wir schon einmal gemocht haben, mögen wir meist auch in Zukunft. Was unsere Freunde mögen, mögen auch wir.

 

Der Kaufakt an sich ist ein Belohnungsakt. Das abstrakte Geld wird in etwas umgesetzt, dass getragen, getrunken, gegessen, gerochen und angefasst werden kann. Diese Sinneseindrücke wecken Assoziationen. Beim Kauf des neuen Parfüms sieht man sich schon beim Abendessen im Kerzenschein mit dem Partner, beim Erwerb des neuen Pflegeprodukts ist die Entspannung schon zum greifen nahe. So kommen Glücksgefühle schon in der Kauf-Phase zustande.

 

Der Impuls- oder Spontankauf ist also hoch emotional. Dieser Emotionalität wohnt dabei eine gewisse Irrationalität inne.

 

In dieser Irrationalität unterscheiden sich Frauen und Männer noch immer: Produkte, die mit erotischen Abbildungen beworben oder von hübschen Verkäuferinnen angeboten werden, erfreuen sich bei Männern besonderer Beliebtheit. Hier gilt: Sex sells.

 

Frauen werden mehr durch schöne Verpackungen und die Möglichkeit, Produkte berühren und miteinander vergleichen zu können animiert.

 

Unabhängig vom Geschlecht zeigen sich Farben als wichtiger Faktor. Rot und Gelb suggerieren Sonderangebote, unabhängig davon, welcher Preis auf dem Schild steht oder ob es sich tatsächlich um ein Angebot handelt.

 

Das Prinzip Rabatt wird auf Grund häufig gemachter Erfahrung nicht mehr hinterfragt. Studien belegen, dass unser Gehirn Nachlässe, zwei für drei Angebote oder Gratiszugaben schlicht und einfach liebt. Die Basis für diese Liebe bildet hier der tief in uns verwurzelte Jagdtrieb.

Auch Musik hat eine besondere Wirkung - 72 Schläge pro Minute gelten als Ideal und verkaufsfördernd.

 

Selbst die Route durch den Supermarkt wirkt sich auf unser Kaufverhalten aus. Wir kaufen etwa zehn Prozent mehr ein, wenn es im Supermarkt linksherum geht. Warum das so ist, hat noch kein Forscher herausgefunden. 

 

Um sich vor solchen Impulskäufen zu bewahren hilft wenig: Machen sie sich vor dem Kauf eine Liste mit den Produkten, die Sie wirklich benötigen. Falls Ihnen aber doch das ein oder andere während dem Einkaufen ins Auge springt, gilt: Denken Sie noch ein zweites Mal nach: brauchen Sie es wirklich, besitzen Sie vielleicht schon etwas ähnliches und was genau wollen Sie damit eigentlich wirklich wann, wo und wie machen?

 

Landet das Objekt nun doch in Ihrem Einkaufswagen, können Sie noch immer sagen: Es geht den meisten Personen so und ab und an darf man seinem Jagdtrieb auch folgen und sich eine Portion Glück in den Einkaufwagen holen.

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Spontankauf psychologisch gesehen
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Als Psychologe im Radio zu Angst vor Technik 

 

Warum haben wir denn  Angst vor neuer Technik und neuen Medien?

 

Die Angst vor neuer Technik im Speziellen wie auch die Angst vor Neuem im Allgemeinen liegt in unseren biologischen Wurzeln begründet. In einer neuen, unbekannten Situation, im Umgang mit einer fremden Person oder einem fremden Objekt konnten wir zu Urzeiten wie auch noch heute zunächst gar nicht sicher sein, ob hier keine Bedrohung vorliegt, uns also vielleicht sogar Schaden droht.

 

Bereits bei Neugeborenen konnte bei fremden Reizen ein erhöhtes Erregungsniveau gezeigt werden. Beim Erwachsenen ist das nicht anders. Bei neuen, fremden Reizen erhöht sich unsere Aufmerksamkeit, unser Körper macht sich für eine Reaktion bereit. Unsicherheit und Gespanntheit lassen uns hellwach und hochkonzentriet werden. Wir nähern uns vorsichtig und mit Bedacht und können im Notfall schnell flüchten. Zusammengefasst ist die Angst vor Neuem also vor allem Eines: Etwas völlig Normales und Natürliches.

 

Warum vor allem ältere Personen?

 

Zunächst kann hier nicht über alles technische, alle neuen Medien und sämtliche ältere Personen hinweg generalisiert werden. Einige ältere Personen stehen neuen Medien sogar recht euphorisch gegenüber. Manche Medien, wie beispielsweise das Handy werden immer stärker von sämtlichen Altersgruppen genutzt, auch im erhöhten Umgang mit dem Internet zeichnet sich diese Tendenz ab. Allgemein gilt, dass hier nach sozialen Milieus unterschieden werden sollte.

 

Wenn wir uns nun jedoch explizit den älteren Personen zuwenden, die Schwierigkeiten, eine Abneigung oder sogar Angst vor neuer Technik haben, so können hier mehrere Faktoren von Relevanz sein: Neben unserer angeborenen Angst - wir könnten Sie auch Vorsicht oder Achtung vor Neuem nennen - spielen Faktoren wie Sozialisation,(also die Eingliederung in die Gesellschaft) unsere Erziehung, unsere eigenen Erfahrungen, Erwartungshaltungen aber auch Nutzungsbarrieren eine relevante Rolle.

 

Ältere Menschen wurden im Laufe Ihres Lebens mit weniger schnellen Innovationen im technischen Bereich konfrontiert. Das schnelle Umgewöhnen, die ständige Anpassung und Umstellung wie heute verlangt waren einfach nicht notwendig und wurden nie erlernt.

 

Zudem ändert sich im Laufe eines Lebens die Bewältigung technischer Probleme: Die schnelle Informationsaufnahme und Verarbeitung nimmt im Laufe des Lebens ab. Problemlösefähigkeiten, sprachliches Vermögen und Erfahrungen nehmen hingegen zu. Dies hat jedoch zur Folge, dass generell im Alter mehr Zeit zum Erlernen von gänzlich Neuem aufgewandt werden muss.

Ferner neigen einige ältere Personen zu einer negativen Erwartungshaltung gegenüber neuen Technologien. Sie glauben häufig, deren Nutzung sei zu schwierig und sehen sich dann bestätigt sobald Technikprobleme aufkommen. Meist wurden zudem bereits negative und demotivierende Erfahrungen mit neuer Technik gemacht.

 

Auch Nutzungsbarrieren sind zahlreich: neben mangelndem Zugang, etwa durch Ausscheiden aus dem Berufsleben, zeigen sich hier sogenannte Adäquanzprobleme, Wahrnehmungsprobleme, Handhabungsprobleme, Verständnisprobleme und Technikprobleme

unter Adäquanzproblemen verstehen wir die Auffassung Älterer, dass Angebote für jüngere Zielgruppen gemacht wurden.

 

Wahrnehmungsprobleme ergeben sich bei nachlassende Sehstärke, zu kleinen Schrifttypen, mangelndem Kontrast oder unüberischtlichem Design.

 

Handhabungsprobleme entstehen durch schlechte Ergonomie, bspw durch zu kleine Bedienungstasten, oder durch die Voraussetzung hoher feinmotorischen Fertigkeiten, die von älteren Personen nicht mehr erbracht werden können.

 

Durch fehlende, unzugängliche oder unverständliche Bedienungsanleitungen ergeben sich Verständnisprobleme.

 

Technikprobleme resultieren aus instabilen Systemabläufen, wenn z.B. Programme oder Betriebssysteme abstürzen.

 

Wie können wir die Angst überwinden?

 

Voraussetzung ist natürlich, dass es als überhaupt als Notwendig erscheint eine solche Angst zu reduzieren oder zu überwinden. Nicht jede neue Technik oder Technologie bringt den gewünschten Mehrwert oder die erwünschten Vorteile.

 

Eine Möglichkeiten Angst zu überwinden besteht darin Angst gar nicht erst aufkommen zu lassen durch eine angstfreie, Technologie-optimistische Sozialisation und Erziehung. In einem Klima der reduzierten Angst aufwachsend wird die heranwachsende Person mit einer hohen Wahrscheinlichkeit selbst angstfreier. Dies geschieht über verschiedene psychologische Lernmechanismen, wie bspw. das Lernen am Modell, also an Vorbildern.

 

Was aber nun tun, wenn bereits eine gewisse Ängstlichkeit vorhanden ist? Hier kann der Kontakt mit neuen Technologien unter bestimmten Bedingungen und Voraussetzungen gefordert und gefördert werden.

 

Auf Anbieter oder Produzentenseite können die bereits erwähnten Nutzungsbarrieren reduziert oder beseitigt werden. Teilweise wird diesem Ziel mit größeren Tasten auf Handys oder Funktionen wie der Bildschirmlupe bereits nachgegangen.

 

Auf der Anwenderseite, also der Seite der älteren Personen selbst, stellt sich der Kontaktprozess im Idealfall folgendermaßen dar: Zu Beginn sollte man sich darüber bewusst werden, dass es völlig normal ist Angst vor Neuem zu haben. Angst ist eben ein natürliches und nützliches Gefühl. Geben wir unsere Angst anderen und uns selbst gegenüber nicht zu und verleugnen sie, kann unsere Anspannung sogar noch weiter steigen. Geben Sie sich genügend Zeit. Gestehen Sie sich Rückschläge ein. Auch Rom wurde eben sprichwörtlich nicht an einem Tag erbaut.

 

In einem nächsten Schritt können wir dann näher betrachten wovor wir genau Angst haben. Ist es die Angst davor zu versagen, keine Kontrolle mehr über die Situation zu haben, uns zu blamieren?

 

Ziel ist nach einer solchen Bestimmung der Abgleich mit der Realität, sind die Ängste begründet? Was ist das Schlimmste, was ist das Beste das passieren kann? Welche Vorteile ergeben sich? Wie kann ich vorgehen, kenne ich bereits ähnliche Technologien, gibt es Hilfsmittel, wie bspw. Bedienungsanleitungen, die mich weiterbringen, oder kenne ich jemanden der mir gerne weiterhilft?

 

Nach der nun gedanklich bereits erbrachten Arbeit erfolgt der konkrete Schritt in die Realität. Wir müssen uns den neuen Medien/ Technologien stellen - mit all der Angst und Unsicherheit. Denn nur wer sich der Angst stellt, kann sie überwinden.

 

 

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Mitschnitt zu Angst vor Technik bei der neuen Welle Karlsruhe
Mitschnitt Angst vor Technik Dominic Hen
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Als Psychologe im Radio zum Thema Komplimente

Am 29. Februar hatte ich die Freude einige Sätze über die Wichtigkeit und Bedeutung von Komplimenten in einer Partnerschaft bei der neuen Welle beitragen zu dürfen: 

 

Komplimente in Beziehungen sind wichtig. Sie sind Balsam für die Seele und Schokolade fürs Herz. Erhalten wir ein Kompliment so breiten sich Glückshormone in unserem Körper aus. Komplimente zeigen uns, dass sich die Partnerin bzw. der Partner für uns interessiert, uns gegenüber aufmerksam ist und uns wertschätzt. Wir interpretieren dies so, dass wir für unsere Partnerin bzw. Partner durchaus eine besonders wichtige Person in ihrem oder seinem Leben darstellen.

 

Komplimente zeigen uns, wie wir auf andere wirken. Sie spiegeln unsere positive Seite zurück und tragen so zu einer positiven Entwicklung von Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Identität bei.

 

Stabilität und Glück einer Partnerschaft hängen direkt mit liebevollen Aussagen, Komplimenten und Gesten zusammen. Der amerikanische Beziehungsforscher John Gottmann bringt Paarkommunikation dahingehend auf eine einfache Formel: Eine kritische Äußerung sollten fünf positiven Aussagen bzw. Komplimenten gegenüber stehen.

 

 

Komplimente wirken dabei am besten, wenn sie ehrlich gemeint sind. Zudem sollten sie auf ein konkretes Verhalten, Merkmal oder eine Eigenschaft bezogen sein.

 

Doch nicht nur Komplimente geben, auch Komplimente empfangen will gelernt sein. Sie können ruhig zeigen, dass sie das Kompliment glücklich macht. Nehmen sie es mit einem Danke an. So zeigen Sie Ihrem Komplimentegeber, dass er bzw. sie etwas richtig gemacht hat und geben damit ein Kompliment zurück.

 

 

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Mitschnitt zum Thema Komplimente beim Radiosender Die neue Welle
Mitschnitt Komplimente_Dominic Hennig be
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Normen und Konformität

Als Menschen müssen wir schnell entscheiden können, ob uns die Umwelt Gutes oder Böses will. In vergangenen Zeiten hing oftmals unser Überleben davon ab, wie schnell wir herausfinden konnten, ob eine Situation unser Leben bedroht oder ob wir uns sicher fühlen durften. Fehleinschätzung führte zu einem meist negativen Ergebnis. Schnell musste die Kategorisierung in wichtig oder unwichtig für das körperliche Wohl erfolgen.

 

Vor diesem evolutionären Hintergrund spielt sich noch heute unsere Wahrnehmung ab. Situationen und Personen werden schnell danach beurteilt, ob sie uns schaden wollen oder nicht. In unserem Be- und Unterbewusstsein finden sich die neurologischen Korrelate der Kategorisierung. Hier kann und wird schnell entschieden, ob wir um unser Leben fürchten müssen oder hier entspannt essen, trinken, schlafen und träumen können.

 

Im Sozialisationsprozess entstehen im Austausch mit der sozialen und physischen Umwelt relativ dauerhafte Wahrnehmungs-, Bewertungs- und Handlungsdispositionen. Diese befähigen uns dazu, das Verhalten anderer einzuschätzen und zu bewerten. Ferner zeigen uns aber auch auf, wie wir uns selbst zu verhalten haben.

 

Normen definieren Geschlechterrollen, höfliches Verhalten, unangemessenes Verhalten, definieren gute Tischmanieren und angemessenes Sexualverhalten. Sie zeigen auf, was gemocht werden soll und was nicht.

 

Die völlige Übereinstimmung einer Person mit den vorgegebenen Normen wird als Konformität bezeichnet. Dieser Wunsch nach Übereinstimmung kann im unbedingten Bedürfnis nach Zugehörigkeit oder Integration wurzeln, kann jedoch auch durch sozialen Druck der Bezugsgruppe bzw. Gesellschaft ausgelöst werden.

 

Ein sichtbarer Konflikt kommt eben dann zustande, wenn soziale und subjektive Normen nicht übereinstimmen. Nicht normgerechtes Verhalten kann sanktioniert werden, der soziale Druck wächst. Wird mit der Gabel in der rechten Hand gegessen, wird die falsche Farbe angezogen, wird der falsche Star gemocht, dann wird dies negativ beurteilt. Soziale Sanktionen können bis hin zur sozialen Ausgrenzung oder physischen Bestrafung reichen.

 

Eine andere Art von Konflikt ergibt sich, wenn die angenommenen äußeren Normen nicht den inneren Normen gleichen. Nun können die uns in unserem Kopf präsenten Gruppennormen den tatsächlich vorhandenen Gruppennormen gleichen, sie können sich jedoch auch davon unterscheiden. Dies ist der Fall, wenn wir lediglich annehmen, dass ein bestimmtes von uns gezeigtes Verhalten nicht der Norm entspricht. Tatsächlich würde das Verhalten jedoch nicht sanktioniert werden. Die Gruppe könnte dies sogar unter Umständen als völlig akzeptabel bewerten, nur kann das Individuum eine ganz andere Vorstellung der vorherrschenden Normen haben und verhält sich entsprechend der eigenen, vorgestellten Norm, die so nur im Kopf existiert. Unabhängig davon, ob nun vorgestellt oder real, erzeugt ein solcher Konflikt eine starke innere Anspannung. Dieser Konflikt führt zu einem starken Stresserleben, was schließlich körperliche Symptome nach sich ziehen kann.

 

Normen gelten als kulturabhängig. Jede Kultur besitzt unterschiedliche Normen. Selbst kleinere Einheiten, wie Länder, Dörfer oder Gruppen können voneinander unterschiedliche Normen aufweisen. Im Normalfall beruhen diese auf guten Gründen und erleichtern den täglichen Ablauf und das tägliche Miteinander. Sie können jedoch auch auf ethischen, religiösen und kulturellen Glaubenshaltungen basieren, denen keine rationale Basis zugrunde liegt. Nicht jeder Brauch, jede Gewohnheit, jede Handlung steht in Stein gemeißelt und für immer fest.

 

Eine Voraussetzung dafür, dass sich Normen ändern können und Innovation möglich ist, kann im kritischen Denken gesehen werden. So kann das Verletzen bestimmter Normen, das absichtliche Devianzverhalten, die Nonkonformität Einzelner oder auch Gruppen dazu führen, dass sich die Gemeinschaft ihrer Normen bewusst wird und diese kritisch hinterfragen und durchdenken kann. Vielleicht liegt die Person, die wir auf Grund ihres nonkonformen Verhaltens be- und verurteilen, nicht ganz so falsch, wie wir ursprünglich angenommen haben. Vielleicht liegen auch wir nicht immer falsch, wenn wir uns nicht so verhalten oder verhalten wollen, wie es uns gesagt wird.

 

 

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Ein neuer Ansatz

In Deutschland sind derzeit nur drei Therapie- und Beratungsmethoden von den Krankenkassen anerkannt: die analytische Psychotherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Verhaltenstherapie. Gerade die ersten beiden Ansätze erachten es als besonders bedeutsam, die hinter dem Problem eines Klienten liegenden Ursachen zu ergründen. Als Therapeut wird man darin geschult, nach dem zu suchen, was hinter dem Problem steht.

 

Das Problem an einer solchen Problemanalyse ist jedoch mit folgender Metapher gut umschrieben: Wenn ich weiß, wie ein Karren in den Dreck gefahren wurde, weiß ich noch lange nicht, wie er wieder herauszuziehen ist.

 

Problem und Lösung müssen nicht immer in einer direkten Verbindung miteinander verknüpft sein. Manchmal ist es der Lösung einfach egal, warum das Problem entstanden ist. Vertieft man sich einmal und immer weiter in das Problem und dessen Welt, so kann es dazu führen, dass man in einer sogenannten Problemtrance stecken bleibt. 

 

Die lösungsorientierte Beratung setzt bei den Zielen, Wünschen und Ressourcen an. Lösungsorientierte Beratung bedeutet: Die Lösung steht im Mittelpunkt. Während der Klient oft in dem was ist gefangen ist, kann die Beratung helfen zu sehen, was möglich ist und sein kann. Es geht um eine Blickfelderweiterung und die Suche nach bislang nicht entdeckten Möglichkeiten.

 

Natürlich wird auch das Problem an sich nicht außer Acht gelassen. Der große Unterschied besteht jedoch darin, dass die Beratung nicht beim Problem endet, sondern bei den neuen Möglichkeiten des Klienten gerade erst beginnt. Gemeinsam werden diese Möglichkeiten entdeckt und umgesetzt.

 

Nicht von den Krankenkassen anerkannt, erfährt der lösungsorientierte Ansatz hingegen wissenschaftliche Unterstützung von Seiten der Hirnforschung. Unser Gehirn ist über das gesamte Leben hinweg fähig Neues zu lernen, neue Synapsen, neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen bilden sich jeden Tag. Je öfter ein Gedanke gedacht, ein Verhalten ausgeführt wird, desto stärker wird diese Verbindung. Je stärker eine solche Verbindung, desto häufiger der Gedanke und das Verhalten. Eine Beratung, die sich mit Lösungen befasst, lässt häufiger an Lösungen denken. In der Folge ist es wahrscheinlicher, dass Lösungen entstehen und Wirklichkeit werden. 

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Weihnachtsstress und die guten Vorsätze

Weihnachten, Silvester und Neujahr- die großen Feiertage sind mit großen Erwartungen besetzt. Erwartungen, die wir an uns selbst, aber auch an Freunde und Familie stellen. Über die festlichen Feiertage soll die Familie in Harmonie und Freude zusammenkommen. Das perfekte Mal soll bereitstehen, alle sollen sich gut umsorgt und aufgenommen fühlen.

 

Um den großen Erwartungen und Anforderungen in dieser Zeit nachzukommen, bedarf es einiger Vorbereitung. Dafür bleibt jedoch vieles Anderes liegen. Problematisch wird es dann, wenn man selbst auf der Strecke bleibt. Die eigenen Bedürfnisse nach Erholung, nach Langsamkeit und Ruhe müssen verschoben werden. Wenn dennoch die Feste und das Zusammenkommen nicht den eigenen Ansprüchen genügen, ist schnell die große Enttäuschung da.

 

Schließlich kommen neben diesem Aufschub dann noch die großen Vorsätze für das neue Jahr hinzu. Der Druck erhöht sich also Stück für Stück zum Ende des Jahres hin und findet seinen Höhepunkt im neuen Jahr.

 

Dabei wird ein Wunsch immer wieder deutlich: Weniger Stress bitte! Die aktuelle Forsa Studie zu den guten Vorsätzen 2014 im Auftrag der DAK Gesundheit zeigt, dass jeder Zweite Stress abbauen will. Insbesondere die 30 bis 44 Jährigen haben beruflich hart zu kämpfen. Knapp 70% der Befragten wollen mehr entspannen, 54% der Befragten wünschen sich schlicht mehr Zeit für Familie und Freunde. Zeitdruck im Beruf sowie familiärer Streit und Ärger werden als stressigste Situationen genannt. Gerade Frauen geraten in Stress, wenn es gilt Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren.

Erster Vorsatz für das neue Jahr ist also weniger Stress. Diesen Vorsatz in die Tat umzusetzen gelingt dabei weitaus nicht jedem. Bei einer aktuellen Emnid Umfrage gibt jeder Zweite an, er habe den Aufwand unterschätzt, der zur Umsetzung seines Änderungsplans nötig sei. 40% habe die Fokussierung auf des Ziel gefehlt, ihre Motivation habe mit der Zeit nachgelassen.

 

Wie kann eine so stressvolle Zeit, eine so anspruchstarke Zeit möglichst entspannt verbracht werden? Wie wird aus dem Stressfest ein frohes Fest? Wie können die Vorsätze erfolgreich umgesetzt werden? Es sind wenige und kleine Schrauben an denen Sie drehen müssen, um erfolgreich entspannte Feste genießen und Vorsätze umsetzen zu können. Mit einer klaren Strategie, einer ausgearbeiteten Zielsetzung, geäußerten und durchdachten Bedenken und einem kleinen Dreh der Perspektive erreichen Sie genau das was Sie sich wünschen: mehr Entspannung und Freude und weniger Stress.  

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Was macht eigentlich der Psychologe?

Wir Menschen machen es uns gerne einfach. Das spart Energie und Zeit. Wenn wir eine Szene im Alltag erblicken, wenn wir Situationen beurteilen, Objekte erkennen, Inhalte interpretieren und andere Personen einschätzen, so geht das im schnellsten und einfachsten, indem wir sie in eine Schublade stecken können. 

 

Gerade im zwischenmenschlichen Miteinander wird dies deutlich: Männer, Frauen, Handwerker, Muslime, Bäcker, Lehrer, Ärzte, Psychologen - mit all diesen Kategorien verbinden wir gewisse Erwartungen an deren Verhalten und gewisse Assoziationen mit deren Eigenschaften. So ist ein typischer Stereotyp in Bezug auf den Mann das Durchsetzungsvermögen, ein typischer Stereotyp in Bezug auf die Frau das emotionale Einfühlungsvermögen. Jeder Mann besitzt also dieses Durchsetzungsvermögen, jede Frau dieses Einfühlungsvermögen. Auf Grund dieser Stereotype bewerten wir gleiches Verhalten von Mann und Frau völlig verschieden. Ein Mann der auf sein Recht beharrt gilt als hartnäckig. Eine Frau hingegen wird als penetrant wahrgenommen. Er kann sich durchsetzen, sie ist hysterisch. Auf der anderen Seite kann eine Frau als sensibel gesehen werden, der Mann als absolut nicht belastbar.

 

Im Alltag begegnet uns oft die Vorstellung darüber, dass Frauen empathiefähiger als Männer seien, Männer sich dafür besser räumlich orientieren können. Wissenschaftliche Studien zeigen hingegen ein anderes Bild. Frauen erwiesen sich nur dann als emapthischer, wenn sie an ihre Fähigkeit erinnert wurden. Weist man Männer darauf hin, dass sie in einem Orientierungstest besser abschneiden, dann tun sie dies auch. Bemerkenswert ist, das dies auch für Frauen gilt. Sagt man Frauen sie wären in einem solchen Test besser, dann sind sie es die besser abschneiden.

 

Das obige Beispiel zeigt den großen Einfluss den unsere Vorstellungen von uns auf uns und andere haben. Auch gegenüber Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiatern haben sich einige dieser Stereotpype gebildet. Vieles unserer heutigen Annahmen über diese Berufsgruppe verdanken wir den Medien, da die Mehrheit der deutschen Bevölkerung keinen Psychologen persönlich kennt.

 

Im Allgemeinen wird kaum differenziert zwischen den verschiedenen Berufsgruppen. Dies hat zur Folge, dass diese Personen als austauschbar wahrgenommen werden. Sie sehen gleich aus, behandeln alle schwerwiegende psychische Krankheiten und verwenden hierfür dieselben Methoden.

Oft stellt man sich den Psychologen als Mann mittleren Alters mit Brille und Vollbart vor, seriös gekleidet mit weniger werdenden grauen oder weißen Haaren. Eben genau so wie Sigmund Freud aussah. Weiter beliebte Bilder sind die des alternativen „Ökos“ oder des zerzausten Neurotikers. Fast immer ist der Psychologe ein Mann. Ein Mann der selbst behandlungsbedürftig gezeigt wird.

 

Meist auf der Couch ist die Methode der Wahl das Verbreichen von Medikamenten, die Analyse des Unbewussten. Der Psychologe nimmt Ziel auf die Kindheit, verwendet Hypnose und manchmal die Elektrokrampftherapie.

 

Tatsächlich finden sich jedoch hinter den verschiedenen Berufsbezeichnung ganz unterschiedliche Bildungsverläufe, verschiedene Methoden, manchmal ein ganz anderes Menschenbild und Schwerpunkt.

 

Ein Psychologe hat mindestens fünf Jahre Psychologie an der Universität studiert. Im Studium befasst sich der Psychologe mit dem Erleben und Verhalten des Menschen, seiner Entwicklung im Laufe des Lebens und aller dafür maßgeblichen inneren und äußeren Ursachen und Bedingungen. Der Psychologe lernt Wege kennen ideale Bedingungen für die Entwicklung und Förderung des Menschen zu bestimmen und diese auch umzusetzen. Es geht ihm dabei nicht nur darum, dass Menschen weniger krank werden, sondern vielmehr darum deren Gesundheit zu fördern. Probleme, Konflikte und Krisen gehören mit zum Leben dazu. Die Bewältigung solcher Situationen, die persönliche Veränderung und Weiterentwicklung kann verändert und gefördert werden.

 

Psychotherapeuten machen nach dem Studium noch eine meist zwei bis dreijährige Zusatzausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten. Sie erlernen Grundkenntnisse in anerkannten psychotherapeutischen Verfahren und eine vertiefte Ausbildung in einem dieser Verfahren. In Deutschland sind derzeit nur drei Verfahren anerkannt. Die Kosten einer Behandlung werden von einer gesetzlichen Krankenkasse nur für Psychoanalyse, tiefenpsychologische Psychotherapie sowie die Verhaltenstherapie übernommen.

 

Die Tätigkeit von Psychotherapeuten beschränkt sich nach dem Psychotherapeutengesetz auf die Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert.

 

Ein Psychiater hat Medizin studiert und nach diesem Studium einige Jahre Weiterbildung in der Psychiatrie und Psychotherapie sowie eine Facharztprüfung absolviert. Der Psychiater stellt eine Diagnose und veranlasst die Behandlung. Er darf und wird Medikamente verschreiben. Arbeitet ein Psychiater als ärztlicher Psychotherapeut in eigener Praxis wird in Treffen mit den betroffenen Personen meist einmal die Woche über ein bis zwei Jahre stattfinden.

 

 

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